Stadt und Provinz Vicenza nehmen den mittleren Teil Venetiens ein. Als erste Bewohner dieses Gebietes gelten die Urvenetier (antikes Volk), was auch durch zahlreiche Funde belegt ist.
Im 4. Jahrhundert erschienen die Römer, die dem Gebiet mit ihrem "Lex Saltus" (Gesetzestexte) eine wirtschaftliche und juristische Gestalt gaben.
 
Nach der römischen Herrschaft und bis um das Jahr 1000 fiel das Gebiet häufigen Einfällen fremder Völker zum Opfer. Es verwüstete stark und verarmte. Damit veränderte sich die Landschaft. Die im Rahmen der römischen Herrschaft ins Leben gerufenen Agrarkulturen wurden aufgegeben. Wald und Weiden rückten zu Lasten der Felder vor. Erschwerend kamen ausgedehnte Überschwemmungen hinzu. Zudem hatte sich die Landbevölkerung infolge der Notstände verringert, die erst nach dem Jahre 1000 wieder anwuchs.
Mit dem allmählichem Anwachsen der Bevölkerung erklärt sich der Versuch des Menschen, sich des Bodens wieder neu zu bemächtigen, also die Landschaft neu zu prägen.
 
Auf den Landsitzen von Feudalherren oder religiösen Verbänden vollzog sich die Urbarmachung und die soziale Neuordnung dank dem Werk von Benediktinern und Zisterziensern. Die Tätigkeit dieser Orden war im wesentlichen von der weltgeistlichen Kirche losgelöst, die durch die Bischöfe die Städte beherrschte. Dies führte zu einer Trennung von Stadt und Land, wie sie sich in den vorangegangenen Jahrhunderten schon deutlich abgezeichnet hatte. Auf die weitläufigen Urbarmachungen folgte eine Zeit der besonderen Sorgfalt in der Regelung und im Anbau der Agrarkulturen.
 
Das Landschaftsbild wandelt sich. Es spiegelt das Bewußtsein der Bürgerschaft um die individuelle Tätigkeit wider. Während es früher um große, einheitlich erdachte und ausgeführte Vorhaben ging, erlebt man jetzt eine weitgehende Zerteilung des Landschaftsbildes.
Bürgerlicher Landsitz ist vor allem in den alten Anbaugebieten zu finden, die keine erheblichen Boden Verbesserungsmaßnahmen erfordern, sowie in der Nachbarschaft der in vorangegangene Urbarmachungswelle einbezogenen Landstriche. Diese erste Ausdehnung der bürgerlichen Besitztümer beeinflußt die immer häufiger werdenden Ansiedlungen, während sich das Verhältnis von Stadt zu Land mit der Neigung zur Verstädterung und dem einsetzenden Kapitalfluß zum Land verändert.
In der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts vermehrt sich der Erwerb von Boden auf dem Festland seitens des vicentinischen und des venezianischen Adels. Die starke Nachfrage nach bebaubarem und bebautem Land übertrifft das Angebot. Naturgemäß steigen die Preise .
 
Daher wird sumpfiges, zuweilen bewaldetes Brachland urbar gemacht. Dieses wird nun als landwirtschaftlich nutzbar in den Grundstücksmarkt mit einbezogen. Während die Überwachung und Verwaltung des Geländes erst in den folgenden Jahrhunderten endgültige und rechtliche Formen annehmen, wirkt sich das Interesse des vicentinischen und des venezianischen Adels schon jetzt auf die Wohnstruktur des herrschaftlichen Betriebes aus. Obwohl dieser im 16. Jahrhundert noch nicht klar ausgeprägt ist, erfolgt gerade in diesem Zeitabschnitt die endgültige Verwandlung der mittelalterlichen Burg zum Herrenhaus und Verwaltungszentrum des Großgrundbesitzers .
So beginnt die Entwicklung zu einem neuen Villentyp, dem wir in der Landschaft des Veneto begegnen.
Mit der Verwandlung einer Klasse von Großgrundbesitzern im frühen 16. Jahrhundert beginnt für die Landwirtschaft eine Epoche der Ausdehnung.
 
Die neuen Landhäuser kennzeichnen die Forderung der Patrizier nach einer maßgeblichen Stellung im landwirtschaftlichen Betrieb und in den Genossenschaften zur Verbesserung oder Urbarmachung der Ländereien. Es entstehen die Villen des Cinquecento, deren Berühmteste von Palladio stammen. Der Übergang von der mittelalterlichen Burg zur Renaissance- Villa hat sich vollzogen.
Nicht Befestigungen sind nötig, um den Landbesitz zu verteidigen, sondern Agrarverwaltungen.
Die Umgebung erhält ein neues Gesicht. Sie breitet ihre Acker und Felder aus. Wildnis wird zum Saatland. Doch im 17. Jahrhundert bremst eine Krise diese Entfaltung mit folgendem Stillstand in den Produktionsinvestitionen. Es setzt wieder ein fortschreitender Verfall und Zerfall ein. Man kehrt zur Weide und Viehzucht zurück. In dieser Zeit behauptet sich die Villa als Landsitz des städtischen Adels . Im 18. Jahrhundert belebt sich der Kapitalfluß zum Land, eine neue Bürgerschicht bildet sich heraus.

Bedeutende Söhne Vicenzas

Baumeister: Palladio (1508-1580)
  Rocco aus Vicenza (auch Bildhauer)
  Vicenzo Scamozzi (1552-1616)
  Antonio Pizzocaro
  Carlo Borella
  Giuseppe Marchi
  Ottone Calderari
Malkünstler: Battista aus Vicenza
  Bartolomeo Montagna
  Giovanni Buonconsiglio (15.Jahrh.)
  Francesco Maffei
Literat: Giangiorgio Trissino
Dichter: Giacomo Zanella
Anatom: Bartolomeo Panizza
Weltumsegler: Antonio Pigafetta
Romanschriftsteller: Antonio Fogazzaro
Naturwissenschaftler: Paolo Lioy
Ökonom: Fedele Lampertico

 

Vicenza

Vicenza ist "die" Stadt Palladios. Hier hat der große Architekt Villen, Paläste und ein Theater gebaut. Man zählt heute noch 12 Bauten aus der Hand Palladios:

Palazzo della Ragione - genannt
Basilica - Piazza dei Signori 
Loggia del Capitaniato - Piazza dei Signori 
Palazzo Chiericati - Piazza Matteotti 
Teatro Olimpico - Piazza Matteotti 
Palazzo Thiene - Corso A. Palladio 
Palazzo Barbarano - Contrada Porti 11 
Paiazzo Iseppo Porto - Contrada Porti 16
Palazzo Schio - Contrada San Marco 39 
Palazzo Valmarana - Corso Fogazzaro 16 
Palazzo Porto Breganze - Piazza Castello 
Villa Almerico - La Rotonda - Via della Rotonde 
Arco deile Scalette - Piazzale Fraccon

Und schon Goethe bemerkte auf seiner Italien- Reise:

 

Und dann ist es höchst erquickend, den Palladio nach so vieler Zeit als Polarstern und Musterbild von seinen Bürgern verehrt zu sehen.