Energieausweise für Wohn- und Nichtwohngebäude

Wie viel Energie im eigenen Haus verbraucht wird, ist vielen Hausbesitzern nicht bekannt. Anders sieht es beim eigenen Auto aus: die meisten Autofahrer kennen den Benzinverbrauch ihres Fahrzeuges. Hier ist zwar auch die individuelle Fahrweise für den Verbrauch mitentscheidend, aber bei der Kaufentscheidung kann entschieden werden, ob  ein Auto mit hohem oder niedrigem Verbrauch gekauft wird.
 
Im Eigenheim gestaltet sich dies schwieriger, da  zwar Strom- und Öl- bzw. Gasverbräuche bekannt sind, aber die Gesamtenergieverbräuche lassen sich nicht auf den ersten Blick erkennen. Bei Häusern hängt der Energieverbrauch sehr stark von der individuellen Nutzung ab, z.B. von der gewählten Wasser- bzw. Raumtemperatur, der Anzahl der beheizten Räume, dem Warmwasserverbrauch und dem Lüftungsverhalten.
Der Energieausweis bietet hier Aufklärung: Er beschreibt den energetischen Zustand eines Gebäudes und zeigt an einer Farbverlaufsskala den Energiebedarf des Gebäudes. Außerdem werden Modernisierungsmaßnahmen aufgezeigt und ein aussagekräftiger Vergleich zwischen verschiedenen Gebäuden ist anhand der Farbskala möglich.
 
Sinn und Zweck des Energieausweises:
- stuft Gebäude aufgrund ihrer energetischen Effizienz ein
- ist ein Medium zum Vergleich der energetischen Gebäudequalität
- gibt Anhaltspunkte für die zu erwartenden Energiekosten  
- ist durch die empfohlenen Modernisierungsmaßnahmen eine Planungs- und Investitionshilfe
- ist ein Marketinginstrument bei Vermietung und Verkauf
- will zu Modernisierungen ermutigen, um den CO2 Ausstoß zu vermindern
 
Dabei ist zu berücksichtigen, dass der tatsächliche Energiebedarf abhängig ist von klimatischen Einflüssen und dem Verhalten der Nutzer des Gebäudes. 
Ein Energieausweis ist in jedem Fall 10 Jahre gültig und darf nur von entsprechend qualifizierten Personen erstellt werden (§21 EnEV).
Wann ist der Energieausweis Pflicht?
Seit 2002 ist der Energieausweis für alle Neubauten Pflicht.
Für alle anderen Wohn- und Nichtwohngebäude gelten bei Vermietung und Verkauf für  den Energieausweis Fristen, wie in der folgenden Darstellung veranschaulicht:
 
Es gibt 2 Arten des Energieausweises:
- der Verbrauchsausweis
- der Bedarfsausweis
Welchen Energieausweis benötigt Ihr Gebäude ? 
 
 
Was ist ein Verbrauchsausweis?
Er gibt den gemittelten und über Wetterdaten angepassten Energiebedarf (Strom, Heizöl etc.) an, den die Bewohner in den letzten 3 Jahren verbraucht haben. Das Ergebnis ist stark vom individuellen Nutzerverhalten abhängig und ist für eine sinnvolle energetische Bewertung des Gebäudes nicht genügend aussagekräftig. Zum Beispiel kann ein Verbrauchsausweis dann gut ausfallen, wenn in einem energetisch schlechten Gebäude wenig geheizt wird. 
Mieter sollten daher bei Verbrauchsausweisen Vorsicht walten lassen.
 
Was ist ein Bedarfsausweis?
Er beinhaltet objektive Angaben zum Energiebedarf von Wohngebäuden. Hier liegen technischen Untersuchungen des Gebäudes und der Heizungsanlage zugrunde. Diese Angaben sind nicht vom Nutzungsverhalten abhängig.
Grundsätzlich empfohlen ist der Bedarfsausweis.
 
Seit dem 1. Mai 2008 ist es möglich eine staatliche Förderung für eine unabhängige und zertifizierte Energieberatung und für das Erstellen eines Energieausweises zu bekommen. Dies war bisher ausgeschlossen.
Daher ist es sinnvoll den Bedarfsausweis im Rahmen einer von der BAFA geförderten Energieberatung ausstellen zu lassen. Dies ist meist günstiger und aussagekräftiger als der reine Bedarfsausweis.